Musikalischer Gottesdienst mit Uwe Heger und Joachim Gehrold am Sonntag Kantate, 10.5.2020, 10 Uhr

8. Mai 2020

Zu einem ersten Gottesdienst seit dem 8. März kommt die Lutherkirchengemeinde Leer am 10.5.2020 zusammen.

„Nachdem ein sogn. ‚Infektionsschutzkonzept‘ verabschiedet wurde können die gemeinsamen Gottesdienste wieder aufgenommen werden.“ heißt es vom Kirchenvorstand. Zu diesem Konzept gehört beispielsweise die Schließung jeder zweiten Bankreihe und die Festlegung eines zentralen Eingangs im Turm und zweier Ausgänge.

Wir werden unsere ungewohnten Erfahrungen machen: Vielleicht gibt es Unbehagen über das vereinzelte Sitzen, über den Anblick der anderen mit Mund-Nasen-Schutz. Es wird Freude geben, die anderen wieder zu sehen. Vielleicht auch Trauer über solche, die gestorben sind, Unsicherheit, weil manche vermisst werden, die sonst immer in den Gottesdienst kommen. Auf jeden Fall ist dies eine fremde Situation, an die wir uns behutsam herantasten. Dies alles anzusprechen kann es gerade in der Anfangszeit ein bisschen leichter machen.

Der neue – alte – Haupteingang.

Vertraute Selbstverständlichkeiten entfallen in diesen Wochen, wir dürfen nicht gemeinsam singen. Wir erleben alltäglich, was nicht mehr möglich ist. Wir tun Dinge, die uns schwer fallen. Wir brauchen Kraft, um mit unserer Angst und Sorge fertig zu werden.

Die Herausforderung der Situation besteht nach unserer Wahrnehmung darin, unseren Gottesdienst so zu gestalten, dass alle Schutzmaßnahmen eingehalten werden und zugleich die Sorge vor Ansteckung nicht im Vordergrund steht.

Dabei hilft es, wenn wir uns bei der Feier von Gottesdiensten auf das konzentrieren, was möglich ist, worüber wir uns freuen und was uns stärkt. Wir kommen gemeinsam vor Gott zusammen, hören wunderbare Musik, wir beten miteinander, wir hören auf die frohe Botschaft, wir loben, bitten, klagen, danken, wir empfangen den Segen Gottes.

Dazu gehört auch, die Teilnahme am Gottesdienst nicht als Ausweis besonderer Glaubensfestigkeit zu deuten und Menschen im Blick zu behalten, die nicht am Gottesdienst teilnehmen können oder wollen.

Für die geistliche Kraft eines Gottesdienstes sind nicht seine Ausgestaltung oder seine Länge entscheidend. Gerade in einer Situation, in der die gemeindlichen Beteiligungsformen reduziert sind (kein Gemeindegesang, keine direkten Gesten der Zuwendung), gilt es, das gottesdienstliche Geschehen zu konzentrieren und auch zeitlich zu begrenzen.
Dies gehört wie die Einhaltung von Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen zur Fürsorge für alle Gottesdienstbesuchenden.