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30 Jahre Besuchsdienst in unserer Gemeinde

27. September 2018

Ist es nicht schön, dass Menschen in der Gemeinde aufgesucht werden, dass sie wahrgenommmen, ernstgenommen werden? Du bist uns wichtig! – Das macht sich ein Besuchsdienst-Kreis zur Aufgabe.

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Zielsetzung für diesen Dienst: hohe Geburtstage, Neuzugezogene, Kranke, Tauf-Eltern – oder noch weitere Anlässe.

Und sehr wichtig ist dabei, dass die Besuche im Auftrage geschehen, im Auftrag der Kirchengemeinde. So entsteht eine Gleichheit, keiner wird bevorzugt. Und der Besuchende kommt nicht aus primär persönlichen, privaten Gründen, sondern mit dem Auftrag der Gemeinde.

Ein Besuchsdienst muß deshalb auch nach bestimmten Grundsätzen verfahren. Das heißt: es gehört dazu, sich gemeinschaftlich zuzurüsten für diesen Dienst. So gibt es regelmäßige Treffen, in denen

man sich austauscht darüber, wie man einen „gemeindlichen“ Besuch gestalten kann.

Schweigepflicht über persönliche Inhalte gehört dazu. Ferner: sich über Gesprächsführung zu informieren, und sich auch gegenseitig zu beraten und helfen zu lassen.

Und dann gibt es auch die Frage: Wie man einem Menschen Trost zusprechen kann, von Gottes Beistand etwas weitergeben kann. Denn Gott hat ja auch uns Menschen besucht – durch Jesus Christus.

Wie fing unser Besuchsdienst-Kreis vor 30 Jahren an?

Eine Gruppe von interessierten und bereitwilligen Gemeindemitgliedern ließ sich ansprechen, mitzumachen. Gisela Schmitz und Adolf Schünemann fuhren zu einem Wochenendseminar nach Hildesheim und kamen mit Anregungen und mutmachenden Ideen zurück.

Unsere Zielgruppe für die Besuche waren damals die Geburtstage, die normalerweise etwas stiefmütterlich behandelt werden: 78 und 79 Jahre. Man geht ja schon auf den 80. zu, und der

wird gefeiert. Unmittelbar davor ist nicht so wichtig. Aber wir meinten, das kann eine Chance sein, um gerade an diesen Tagen die „Geburtstagskinder“ wahrzunehmen und zu würdigen.

Später kamen andere Geburtstags-Jahrgänge dazu, die zwischen den runden und halbrunden Jubiläen liegen, also 81 – 84 Jahre. Die „runden“ Geburtstage werden ja meistens von amtlicher Seite bedacht.

 

Und wie lief die Arbeit des Besuchsdienstkreises?

Andacht zu Beginn, dann Berichte von den Besuchen (anonym), dann: allgemein interessierende Themen: Vorher anmelden oder einfach kommen? Werde ich akzeptiert, obwohl ich kein Pastor bin? Was bringe ich mit? Sage ich ein geistliches Wort? Wie verhalte ich mich bei Kritik an „Kirchens“?

Schließlich erfolgte die Vergabe der Adressen der nächsten  Geburtstage, für den Zeitraum bis zum  darauffolgenden Treffen des Kreises.

Es ging bei unseren Treffen immer recht lebhaft zu. Es war ja nicht unwichtig, was es zu besprechen galt.Wir haben auch selber als Teilnehmer davon profitiert.

Manchmal kam auch Abwechslung in den normalen Ablauf unserer Arbeit: 1x im Jahr wurde ein Ausflug unternommen, meistens halbtags in die nähere Umgebung, einmal sind wir jedoch in Wittenberg gewesen, weil eine unserer Teilnehmerinnen dorther stammte und gute Verbindungen dahin hatte. Fortbildungen gab es immer mal wieder durch speziell ausgebildete kirchliche Mitarbeiter. Durch gelegentliche Gottesdienst-Mitgestaltung in der Lutherkirche wurde der Kreis auch für die Gemeinde sichtbar.

Nach diesem Blick zurück auf die Anfangszeiten schauen wir auf heute. Die Arbeit ist weitergegangen, sicherlich mit ganz ähnlichen Strukturen, wie auch mit neuen und ermutigenden Erfahrungen. Schön, dass der Besuchdienst-Kreis nun 30 Jahre besteht. Und dieses Jubiläum wurde in einem Gottesdienst am 23. September 2018 in der Lutherkirche mit Dankbarkeit begangen. (Abbildung)Dabei ist auch der jetzige Besuchsdienstkreis für seine Arbeit gesegnet worden.

Die Zeiten haben sich seit damals gewandelt. Viel mehr Menschen sind „unterwegs“, auf Reisen oder eben in der Stadt mit ihren Angeboten. Man trifft jemanden nicht so leicht an – zu Hause.

Auch der Datenschutz ist zu berücksichtigen. Es ist nicht einfacher geworden für einen schlichten Besuch.

Ich wünsche dem Besuchsdienstkreis für die Zukunft weiterhin offene Türen und eine gute Atmosphäre für Gespräche und Begegnungen. Es lohnt sich, die Menschen dort aufzusuchen, wo sie sind. Kirche ist immer auch eine besuchende Kirche.

Adolf Schünemann, Pastor i.R.

PS: Wer selber Interesse hat, Menschen zu besuchen, möge sich im Pfarramt oder bei Gisela Schmitz melden.