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Historisches Altstadtfest Leer

3. Juni 2018

Über 500 Menschen beteiligten sich am Sonnabend an einer Petition an Christine Charlotte von Württemberg, seit 1665 Verwalterin Ostfrieslands. Mit ihr wird zur Baugenehmigung für die Lutherkirche Leer aufgerufen, die 1673 auch erteilt wurde. Ein sechsköpfiges Team der Lutherkirchengemeinde lud in historischer Kostümierung die zahlreichen Besucherinnen und Besucher auf eine Zeitreise zum 2. Juni 1666. Mit Daumenabdruck oder Unterschrift konnten sie ihre Überzeugung zum Ausdruck bringen, dass in Leer genug Platz für viele Gotteshäuser sei.

Zu den berühmten Unterzeichnern an diesem Tag zählten neben den Erdmantjes und Graf Edzard auch der Erzbischof zu Bremen.

Zuvor hatte ein ökumenisches Bläserensemble unter Leitung von Martina Saathoff die Andacht zur Eröffnung des Historischen Altadtfestes Leer begleitet. In ihr hieß es unter anderem:

„Die Welt ist aus den Fugen geraten.“ Dürre und Trockenheit dort, Überschwemmungen und Flut andernorts. Länder, die früher befreundet waren, liegen heute im Streit. Nachbarn führen Klage wider ihren Nächsten. Und hat nicht gerade ein dreißigjähriger Krieg die Welt außerhalb Ostfrieslands schwer getroffen und uns manche Steuern abgezwungen? Ja, manche Menschen klagen: „Es ist eine böse Zeit.“ Und mancher möchte darum den Kopf einziehen und sein Ruhe haben.

In dieser Zeit erinnern die Kirchen der Stadt Leer an Gottes Versprechen: „Ich will Frieden geben an diesem Ort, spricht der Herr.“ (Haggai 2,9) Hier in unserer Heimat, sagt Gott, kann ein Ort des Friedens entstehen, ein Ort des Handels und der guten Nachbarschaft. Ein Ort, wo Starke den Schwachen aufhelfen. „Ich will Frieden geben an diesem Ort, spricht der Herr.“

Zuerst werden die Kirchen der Stadt sich selbst befragen. Zu lange haben sie in unchristlicher Missgunst auf den Nachbarn gesehen und Steine in seinen Weg gelegt. Gott sei Dank sind diese Zeiten jetzt vorbei. Wir leben in guter Nachbarschaft zusammen im Frieden. Leer ist groß genug, damit jeder seinen Platz findet. Und Leer ist zu klein für Gerüchte und üble Nachrede.

Dieser Frieden Gottes umfasst alle Menschen, auch jene aus fernen Ländern. Sie sind willkommen und gehören zum Ort des Friedens, den Gott geben will. Die Stadt ist auch ihre Stadt.

Damit Gott Frieden geben kann, braucht er Menschen, die sich dafür einsetzen. „Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Wird heute „Frieden fertigen“ nicht besonders schön sichtbar? Frieden zeigt sich an einem Ort, wo Menschen, die sich nicht kennen, zusammen kommen und gemeinsam feiern. Wie heute bei unserem schönen Fest. Und das ist schön: jeder kann Frieden ausbreiten. Geben Sie doch heute mal einem Unbekannten die Hand. „Schön, dass wir gemeinsam feiern.“ Besonders gut geht das, wenn etwas Gedränge aufkommt oder man warten muss. „Friede sei mit Dir.“

Und dass wir heute so miteinander im Frieden feiern können, dafür wollen wir gemeinsam Danksagen dem Marktmeister Burghardt Sonnenburg und seinen Bütteln, und allen, die dieses Fest vorbereitet haben, stellvertretend für ganz viele „Die Freunde historische Altstadt Leer“ Rüdiger Barten, Celia Hübl von Bünting Teemuseum, Jan Wolff, von Weinhaus Wolff, Hilke Boomgaarden für den Heimatverein, Martina Saathoff mit den Bläsern  – und alle, die durch finanziellen oder ehrenamtlichen Einsatz das Fest ermöglicht haben.

Und in allem wollen wir Gott danken, der Frieden geben will an diesem Ort.